Nachdenkseiten der Schulpsychologie

Ein Blog für Schulpsychologie und Bildung von Jürgen Mietz

Bildungshorizonte

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Man sollte glaube, , dass die Themen Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, die Frage: »Wie wollen wir leben?« an Schule und Bildung nicht vorbeigehen. Vielleicht hat sich etwas verändert, seitdem Fridays for Future stattfinden. Aber hat sich auch etwas am Bildungsverständnis verändert? Ist in der Diskussion, dass Subjektorientierung, Verantwortung, Persönlichkeitsentwicklung neu gedacht werden müssen? Dass Bildung mehr ist als Passung und Anpassung? Dass die Art zu lernen, die ausgewählten Themen und ihre Verknüpfung mit der Gesellschaft auf das aktuelle und spätere Handeln der jungen Menschen haben?

Im Alltagsgeschäft der Optimierungs- und Vermessungsarbeit dürfte das verloren gehen. Matthias Greffrath stellt diesen Zusammenhang in einer Essay-Reihe her. Lesenswert:

Wer von Demokratie redet, ohne über dieses gemeinsame Eigentum reden zu wollen, der meint es nicht ernst. Denn Demokratie setzt Sicherheit voraus. Wer Angst um sein Auskommen, seine Gesundheit, sein Alter haben muss, wer nicht durch Bildung in die Lage versetzt wird, urteilsfähig zu sein – der mag Bewohner eines Landes sein, aber er ist, im starken Sinne des Wortes, noch kein Bürger. Das sozialdemokratische Jahrhundert hat an der Herstellung einer solchen bürgerlichen Sicherheit gearbeitet – durch Vollbeschäftigung, durch Umverteilung, und, was noch wichtiger ist, durch Bildung. Und auf dem Gipfel dieser Geschichte haben wir Deutschen sogar – als milde Erben des radikalen Bürger-Industriellen Rathenau – den Satz, dass Eigentum verpflichtet, in unsere Verfassung geschrieben.

Written by schau

16. Dezember 2019 at 21:01

Bildung als Tauschhandel

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PISA – hört das denn nie auf

Der schlechte Zustand der Schülerinnen und Schüler in unserem Land wird wieder einmal beklagt. PISA. Ach ja PISA. Es werden bald 20 Jahre sein, dass es so geht. Und immer wieder wird uns verkündet, dass es jetzt aber endlich losgehe. Wir ganz vorne. BRD ist jetzt Bildungsrepublik D. Famos. Und nun wieder das. Einige Punkte schlechter. Besessen von der Magie der Zahl, unberührt von Ungenauigkeiten der Messung, unberührt von der Frage, was da eigentlich gemessen wird, wird wieder Stimmung gemacht. Die verflüchtigt sich dann bald wieder. Bis zur nächsten PISA-Untersuchung.

Fatal: Zählen, Messen, Vergleichen

Man könnte so vieles machen: Sich fragen, was da gemessen wird. Sich fragen, was als Leistung gilt und wie sie in Zahlen gefasst werden kann. Und ob es nicht gerade der Fetisch des Messens, Zählens und Vergleichens sein könnte, der in die Abgründe des Versagens führt. Sie wissen nicht, was gemeint sein könnte? Lernen sollte einen Sinn haben, Fragen und Themen berühren, die mich betreffen. Geschieht das nicht? Immer weniger. Wie das?

Kompetenzorientierung

Zum Beispiel mit der Kompetenzorientierung. Da kommt es nicht auf die Inhalte an, mit denen man sich auseinanderzusetzen hätte. Die Inhalte dienen als Mittel zum Erwerb von Methoden. Das Lernen wird mehr und mehr kontextfrei. Der Knackpunkt dabei ist: Die Suggestion, etwas lernen zu können, ohne sich mit konkreten Inhalten beschweren zu müssen. So beschreibt es Ralf Klausnitzer im Freitag Nr. 48 vom 28.11.2019. Das Lernen für die Prüfung, für credit Points, entfremdet persönliches Erkenntnisinteresse und Lernen.
Sich auf einen Inhalt einzulassen, ist eher hinderlich. Das, was gelernt werden könnte oder sollte, zerbröselt zu bedeutungslosen Puzzlestücken. Sie ergeben keinen Sinn, schon gar nicht für das eigenen Leben. Bestenfalls sind sie kurzfristig für Prüfungen abrufbar.

Verstehen

Es geht ums Verstehen. »Verstehen ist schwer. Es gibt dafür keine Rezepte mit wohlfeilen Anweisungen«, schreibt Johannes Berning in der derselben Zeitung. Es scheint so, als käme es in Universitäten (immerhin die Ausbildungsstätten der Lehrer’innen) und Schulen immer weniger aufs Verstehen an. »Inhalte haben keinen Gebrauchswert mehr… Inhalte interessieren vielmehr nur noch ihres Tauschwerts wegen: Leistung gegen Guthaben.« Damit wird der geistige Leerlauf gepflegt und gepäppelt. »Erst verschwinden die Inhalte. Dann das Denken.« Da hilft keine Methodenverfeinerung. Sondern nur Denken. Mit Inhalten.

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Written by schau

5. Dezember 2019 at 13:11

Föderalismus hat Grenzen

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Die Heterogenität der Bundesländer – ein Schadensfall?

Er trage den Unterschieden im Gesamtstaat Rechnung. Gäbe es nicht die Länder, gäbe es nicht Bund, der sich heute Bundesrepublik Deutschland nennt. Die Unterschiedlichkeit der Länder hat etwas, was uns vertraut ist: Identität, Individualität, unterschiedliche Herkünfte, denen Rechnung zu tragen ist. Nimmt man den Föderalismus ernst, muss es möglich sein, dass es in der Bildung(spolitik) Unterschiede gibt. Den Rest des Beitrags lesen »

Written by schau

30. November 2019 at 13:13

Veröffentlicht in Bildungspolitik

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Verleugnen, Verdrängen, Abwehren

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Die Rolle der Psychologie und der Psycholog’inn’en beim Menschheitsthema »Klimawandel«

Hier gibt es Informationen

Written by schau

26. November 2019 at 20:39

Veröffentlicht in Allgemein

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Ein anderer Begriff von Inklusion

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Schluss mit dem Schulfrieden – endlich wieder denken und gestalten?

Zu was die Linkspartei gut ist, lässt sich an ihrem Konzept einer anderen Inklusion ablesen. Und nicht zu unterschätzen: Sie hat Ulrich Vieluf an ihrer Seite, einst in hoher verantwortlicher Position in der Schulbehörde, dann Bildungsforscher. Bericht in der taz.

Written by schau

26. November 2019 at 18:46

Veröffentlicht in Bildungspolitik, Inklusion

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Inklusion als Zahlenwerk

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Zwischen Unterfinanzierung, SuperPersonalVerdopplung und Lüge

In Hamburg schlagen die Inklusionwellen hoch, wie der taz-Bericht zeigt.

Written by schau

18. November 2019 at 13:08

Veröffentlicht in Bildungspolitik, Inklusion

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Blick in die unteren Klassen

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Wovon reden wir, wenn wir von den bildungsfernen Schichten reden? Wenn wir etwas von ihnen verstehen, was bleibt übrig, wenn wir damit beschäftigt sind, Schülerinnen und Schüler in die bestehende Ordnung hineinzuprozessieren?

Hier eine kleine Presseschau

Der Stolz der Arbeiterklasse

Das Existenzminimum ist ein Minimum ist ein Minimum

Die Grenzen der Freiheit

Die sozial geformte Individualisierung

Written by schau

18. November 2019 at 12:39