Nachdenkseiten der Schulpsychologie

Ein Blog für Schulpsychologie und Bildung von Jürgen Mietz

Archive for the ‘Allgemeines’ Category

Französische Kulturschaffende auf der Seite der Gelbwesten

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Meinungsbekundung mit Risiken

Ich verlinke auf diesen Artikel, weil er bei dem einen oder anderen helfen mag, die Gelbwesten nicht länger als gewaltbereite rechtgestrickte Horde zu sehen. Es gehört zur Normalität der hiesigen Kultur- und Medienszene, sich für „Europa“ stark zu machen, gegen Putin und Trump zu sein, aber von den sozialen und menschenrechtlichen Problemen zu schweigen, die hierzulande zu nennen wären; nicht jede’r kann und mag die Abwesenheit wirtschaftlicher Sicherhheit, die steigenden Mieten, die Lohndrückereien, die Zementierung der Herkunft als Voraussetzung für Bildungserfolg als Impuls für kreative Lösungen sehen.

Indirekt und offen beteiligen sich die „Pro-Europäer“ daran, die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ – egal, wie erfolreich oder erfolglos sie am Ende sein mag – verächtlich zu machen. Dafür wird eine erstaunliche intellektuelle Schärfe aufgebracht. Dieses Rudelverhalten strahlt auf Schule und Bildung aus und verstärkt die Neigung, in dieser Institution Anpassung zu produzieren, statt Analyse, Aufklärung, Urteilskraft und Emanzipation.

Dass es auch anders gehen kann zeigt der Aufruf zahlreicher Kulturschaffenden in Frankreich. Eine Ermutigung und ein Beispiel dafür, dass es möglich sein kann, Bevölkerungsgruppen vor Diffamierung zu schützen. Mindestens, den Versuch zu unternehmen. Ein Versuch, der die Unterzeichner’innen vielleicht Aufträge kosten kann, wenn sie auf schwarze Listen der Kulturindustrie geraten.

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Written by schau

11. Mai 2019 at 14:37

Nachtrag zum Beitrag »Handschrift« vom 11.4.2019

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Durch Zufall stieß ich auf einen anregenden Artikel zum Thema Handschrift

Written by schau

12. April 2019 at 19:30

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Fundamente der Gesellschaft geraten ins Rutschen

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Egoismus der Wenigen – Zerstörung der Lebensgrundlagen der Vielen

Was als unzusammenhängende, schicksalhafte Chaotisierung gesellschaftlicher Verhältnisse erscheint, hat seine Ursachen in einer Wirtschaftspolitik, deren Priorität es ist, alle Lebensbedürfnisse zu einer Quelle von Profit zu machen. Wie eine Religion durchdringt diese Denkweise unser Leben. Ein Problem der Bildung und Aufklärung. Helfen können dabei ein frischer Artikel in der Süddeutschen und ein älterer.

Written by schau

12. April 2019 at 16:28

Bildung käuflich

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Aufstieg durch Bildung ist ein schönes Versprechen.

Viele Generationen haben daran geglaubt. Manchmal hat es funktioniert. Aber nie anhaltend. Und die so genannten Eliten haben es immer wieder verstanden, sich neue Orte und Gelegenheiten der Rekrutierung ihresgleichen zu verschaffen. Die USA, Modell und Vorreiter der Wertegemeinschaft, der auch wir angehören sollen, hat nun ein Beispiel von Exzellenz geliefert, wie dieSüddeutsche gestern schrieb.

In der gleichen Ausgabe fand sich ein Bericht, der leider hinter der Paywall liegt, aber in seiner Überschrift das Wesentliche zum Ausdruck bringt.

Hier geht es zum abstract der Fachzeitschrift, die von der Süddeutschen zitiert wurde.

Written by schau

11. April 2019 at 19:35

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Auch das noch: Deutschland schreibt immer schlechter

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Neues Ungemach droht: Digitalisierungspakt geschafft – Handschrift versaut. Wissensgesellschaft am Ende.

Kaum scheint die Modernisierung mit der Digitalisierung der Schule geschafft, da kommt die nächste Bedrohung hinterm Busch hervor. Es war aufgefallen, dass Schreiben mit der Hand das Gehirn trainiert. Und weil Schreiben mit der Hand aus der Mode kommt, droht der geistige Verfall. Was nun? Auf jeden Fall: Empör! Empör!

War vor Kurzem die Digitalisierung noch die Rettung vorm Untergang, ist es nun die Rettung der Handschrift. Schaut man genau hin, weiß man mal wieder, dass man nichts Genaues weiß. Hauptsache scheint, den ganzen Bildungs- und gesellschaftlichen Betrieb als Geschäftigkeit von Irren darzustellen. Verwirrung als Herrschaftsmittel. Wir sollen uns abwenden. Damit wollen wir nichts zu tun haben. Oder?

Kann das mal jemand untersuchen?

Die Sache selbst hätte es verdient, dass man ihr nachginge. Es fällt auf, dass es wenig verlässliche Untersuchungen über die Auswirkungen des Schreibens auf die Hirnentwicklung gibt. Noch weniger scheinen wir darüber zu wissen, welche Vor- und Kontexterfahrungen Kinder haben müssen, um analoges/digitales Schreiben nutzen zu können. Gewöhnung an Tipp und Click mit unmittelbar folgenden Rückmeldungen zwecks Konsum und Ablenkung mögen das Nervensystem in einen Zustand geringer Durchhalte- und Knobelbereitschaft versetzen. Das wiederum ist womöglich nicht mit den Forderungen des komplexen handschriftlichen Schreibens und Formens von Buchstaben vereinbar. Welchen Zusammenhang mag es zwischen geistiger Aktivität und taktilen, motorischen, emotionalen und kognitiven Prozessen geben? Kann das mal jemand untersuchen?

Die Erinnerung an den Nutzen der Handschrift erscheint wie ein verzweifelter Versuch der massiv geförderten Digitalisierung, die ihren Nutzen für Bildung noch nicht nachweisen konnte, pädagogisch und analog etwas entgegenzusetzen. Angesichts der sachlich kaum zu begründenden Digitaloffensive, würde man den Verfechtern der Handschrift Unrecht tun, wenn man sie als Alarmisten oder Kulturpessimisten abtäte.

Nachträglich eingefügt folgender Artikel

Das Betrübliche und Beunruhigende ist, dass wir wenig wissen, was das eine und das andere mit dem Gehirn (und mit noch anderem) macht. Für eine Gesellschaft, die sich gern als Wissensgesellschaft beschreibt, ist das kläglich und entbehrt jeder Rationalität.

Written by schau

11. April 2019 at 18:51

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Reich und fleißig

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Nachdenklich stimmt diese Nachricht

Written by schau

22. Januar 2019 at 11:20

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Schulpflicht und Persönlichkeitsrechte im Konflikt

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Die Schulpflicht in Deutschland gehört zu den Paradoxien, in denen wir uns wohl alle zurechtfinden mussten, mal mit mehr Erfolg, mal mit weniger. Auch ansonsten eher kritisch eingestelle Zeitgenoss’inn’en reagieren auf Zweifel mit einer Verteidigung des Zwangs. Der Schulbesuch auch unter der Bedingung des Zwangs biete die Chance, benachteiligenden Lebensbedinungen oder desinteressierten oder überforderten Eltern zu entkommen. Ob allerdings eine andere Art der Fremdbestimmung und Unterwerfung dem Ziel der Persönlichkeitsbildung gerecht wird, darf bezweifelt werden. Die Zweifel werden in diesem Artikel dargestellt.

In fast jedem Schulcurriculum deutscher Bundesländer heißt es, Schüler/innen sollen „Freude am Lernen“ und ein Interesse am eigenen Lernfortschritt entwickeln. Doch wie soll Freude und Interesse da sein, wenn Lernen Pflicht ist? Die „Lernzuwächse“ sind nicht freiwillig erworben, werden dazu permanent und ungefragt bewertet — „das ist, als würde man ohne sein Einverständnis zu einem Wettbewerb angemeldet und dann auch noch für sein schlechtes Abschneiden kritisiert“.

Written by schau

7. Januar 2019 at 18:13

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