Nachdenkseiten der Schulpsychologie

Ein Blog für Schulpsychologie und Bildung von Jürgen Mietz

Archive for the ‘Hochschule’ Category

Wissenschaft als Geschäftsmodell

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fördert Korrumpierbarkeit

Die um sich greifende Ökonomisierung des wissenschaftlichen Betriebs – Veröffentlichungen überwiegend in Englisch, Kleinstveröffentlichungen mit methodisch fragwürdigen Untersuchungen, Hebung der Zitierraten – korrumpieren Wissenschaft. Bullshit-Wissenschaft, die die Gesellschaft, die sie immerhin noch überwiegend finanziert, „vergisst“ und ihr immer weniger zurückgibt.

Das Thema spielte auf diesen Seiten schon mal eine Rolle:

Forschung – ein eigenes Universum

Folgt man den Texten und Links fühlt man sich schon in die Strukturen einer eigentümlichen Forschungswelt eingebettet. Die Ausdrucksweise ist menschlicher Betroffenheit und Empathie entkleidet, sie ist sauber und labormäßig gefasst. Einiges wird uns auf Englisch präsentiert, mit fetzigen oder spielerischen Abkürzungen, die dem Außenstehenden nichts sagen und ihn womöglich abstoßen. Verständigt sich hier eine Elite unter sich? IDeA-Zentrum, LEAD Graduate School & Research Network- wow. Und die Sektion Schulpsychologie ist dabei. Auf jeden Fall Exzellenz.

 

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Written by schau

17. November 2018 at 11:23

»Das erschöpfte Selbst der Psychologie«

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Psycholog’inn’en in der Ohnmachtsfalle?

Kürzlich war in Hamburg eine Vorlesung von Heiner Keupp zu hören. Das erschöpfte Selbst der Psychologie. Für die Überwindung ihrer Gesellschaftsblindheit«, war sein Thema. Ich war verblüfft, als ich eine Woche zuvor eine Einladung erhielt. Wie aus der Zeit gefallen wirkte es, von so einer Veranstaltung an einer Uni zu hören. (Hier ein ähnlicher Text von Heiner Keupp, hinzugefügt am 29.1.2018)

Heiner Keupp berichtete über die Entwicklung der Psychologie in den letzten 30, 40 Jahren. Über den Aufbau einer Gemeindepsychiatrie in Hamburg, den er mitbetrieb, über ähnliche Initiativen in anderen Städten, zum Beispiel München, wo Heiner Keupp lange Jahre als Professor arbeitete. Er blickte auf ein Werk zurück, das Spuren hinterlassen habe. Tatsächlich gibt es die Irrenhäuser von „damals“ nicht mehr; stattdessen gibt es ein komplexes System gemeindenaher sozialpsychiatrischer Hilfen.  (Hier seine Standpunkte zur Entwicklung der Sozialpsychiatrie)

Seine Bemühungen und die vieler Gleichgesinnter galten einer Humanisierung der „Welt“. Sie wollten Beiträge zu mehr Selbstbestimmung der Menschen leisten. Diese brachten in der Patientenbewegung ihre eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse ein, nicht selten zur Irritation der Professionellen.

Aber irgendwann riss der Faden des emanzipatorisch gemeinten Projekts

Den Rest des Beitrags lesen »

„Kreuzbrave Studenten und miserabel bezahlter Nachwuchs“

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Humboldt war zurecht überzeugt, dass der wissenschaftliche Fortschritt von einem egalitär angenäherten Lernprozess zwischen Studenten und Hochschullehrern bestimmt sein sollte. Humboldt wollte, würden wir heute sagen, den demokratischen Lernprozess zwischen Studierenden und Hochschullehrern.

Hier mehr zum Thema

 

Written by schau

23. Juni 2017 at 18:15

Veröffentlicht in Demokratie, Hochschule

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Aufstieg des Fachidiotentums

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Wie die Marktgerechtheit des Wissens Bildung verhindert und Halbbildung hervorbringt

Vor einigen Tagen verstarb der Ökonom Herbert Schui. Um seiner zu gedenken veröffentlichte die jungewelt  das Schlusskapitel seines letzten Buches.

Wer sich mit Sinn und Zweck von Bildung und mit ihren gegenwärtigen Formierungen befassen möchte, findet hier einige Anregungen.

Die Verhältnisse nicht als Ergebnis natürlicher Gesetzmäßigkeit wahrzunehmen, erfordert mehr als berufliche Qualifikation. Allgemeine Bildung ist notwendig. Sie ist (und sie war stets) eine wichtige Voraussetzung für Opposition. Denn wie sonst wird eine Mehrheit dazu kommen können, es – beispielsweise – eine Absurdität zu nennen, wenn aufgrund des technischen Fortschritts zwar in einer Arbeitsstunde immer mehr hergestellt werden kann, gleichzeitig aber die Armut zunimmt? Und wie sonst soll genug Druck entstehen, damit dem Klimawandel wirksam entgegengearbeitet wird? Alles sieht danach aus, dass besonders Halb­bildung eine solche Opposition verhindert.

Written by schau

31. August 2016 at 08:36

Über den Zusammenhang von technokratischer Steuerung, Gewalt und Stillstand

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gilt eben nicht minder, dass die Implementierung managerialer Steuerungsmodelle in die gesellschaftlichen Einrichtungen, also vom Bildungs- und Gesundheitswesen, über Medien, Kultureinrichtungen, Kirchen, Politik, Verbände und Gewerkschaften, eine wesentliche Ursache dafür sein dürften, dass deren Unvermögen, eine Spannung zum herrschenden Regime aufzubauen, inzwischen kaum mehr zu übersehen ist. Ihre Widerstandfähigkeit wurde durch langanhaltende und gründliche Transformationsprozesse fast vollständig getilgt.

Man könnte diesen Glaubwürdigkeitsverlust des Neoliberalismus, der von der Assimilation kultureller Sinnfiguren förmlich lebt, aber selbst keinen Sinn hervorzubringen vermag, eigentlich genüsslich verfolgen, wenn nicht bereits relevante Institutionen des öffentlichen Lebens, die Aufklärung oder gar einen Gegenentwurf leisten könnten, selbst kontaminiert, funktionalisiert und damit korrumpiert, weil bis zur Unkenntlichkeit entstellt, wären.

Die Wissenschaft beispielsweise hat sich im Zuge von Ökonomisierung und Bologna längst von den Leitideen der Bildung und Wahrheitsfindung losgesagt, die Kirchen haben durch Unternehmensberatungen das ökonomistische Regime importiert und konterkarieren die gelegentliche Kapitalismuskritik von den Kanzeln durch Ausbeutung der eigenen Angestellten und manageriales Steuern. Die Gewerkschaften sind längst hierarchische Apparate, …

Beispielsweise verwenden wir viel Energie darauf, die Bologna-Studiengänge endlich zum Funktionieren zu bringen, anstatt, was seit Jahren überfällig wäre, darüber nachzudenken, inwiefern diese Konzeption überhaupt einen Sinn hat oder nicht vielmehr die für Bildung und Emanzipation notwendigen Grundlagen per se zerstört.

Das vollständige Interview mit Matthias Burchardt findet sich hier auf den Nachdenkseiten

Written by schau

29. August 2016 at 10:37

Mit der unternehmerischen Hochschule in einen (Teufels-) Kreis der Unterfinanzierung

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Das „unternehmerische“ Modell hingegen unterdrückt eher kreative Motive, innovative Ideen und riskante Theorien. Es reicht schon ein Blick in die Verteilung der Forschungsgelder, konkret: auf die Konzentration der Drittmittel, um zu sehen: Es sind eher die Akteure auf der sicheren Seite, die sich an dem orientieren, was in der jüngeren Vergangenheit bereits erfolgreich war.


In diesem Interview mit Torsten Bultmann lässt sich nachvollziehen, wie seit dem sogenannten Bologna-Prozess sich die Studien-, Lehr- und Kreativbedingungen für die Mehrzahl der Hochschulmitglieder mehr und mehr verschlechtern – sehr zum Schaden der Gesellschaft. Wer profitiert ist ebenfalls nachlesbar.

Written by schau

13. September 2014 at 15:21

Die empirische Bildungsforschung methodologisch auf eine neue Grundlage stellen

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Andreas Gruschka hat die empirische Bildungsforschung gründlich kritisiert. Viele seiner Beiträge sind auf http://bildung-wissen.eu erschienen.

Jörg Schlömerkemper plädiert für eine neue Ausrichtung, in der Einzelforschung und Sinnstruktur ihren Platz haben.

Written by schau

22. Juni 2014 at 15:44