Nachdenkseiten der Schulpsychologie

Ein Blog für Schulpsychologie und Bildung von Jürgen Mietz

Archive for the ‘Lernen und Emotion’ Category

Regulieren, steuern, optimieren – ist das die Zukunft der Schulpsychologie?

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Anmerkungen zur Emotionsregulation

Emotionsregulation. Das muss ein immenser Markt sein, wenn man sich den Auswurf zu Gemüte führt, der einem entgegenschwallt, gibt man den Begriff in die Suchmaschine ein. Der Zugriff aufs Subjekt treibt die Forscherinnen an. Nun im neuen Gewand und – vielleicht – mit noch größerer Präzision, in technischer, dem Anschein nach neutraler Redeweise. Den Rest des Beitrags lesen »

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Respekt vor Persönlichkeit oder Klassifizierung?

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Unzulänglichkeiten der Typisierungskataloge von ICD und DSM

Das hier zur Debatte stehende Thema ist wahrhaftig nicht nur eines der Psychiatrie, sondern auch der Psychologie und psychologisch fundierter Beratung. Psychologie in Schule und Gesundheitswesen und anderen Einrichtungen steht unter dem Druck, sich für die geforderten Anpassungsaufgaben als nützlich zu erweisen. Sie gibt dafür in Ausbildung und Praxis der Illusion nach, menschliches Verhalten ließe sich vermessen. Sie gibt der Illusion nach (und sie verstärkt sie), typ- und symptomgerecht − also industrialisiert und kostengünstig  − die geforderte Leistung erbringen zu können. Zum Schaden der Empfänger von Hilfe, der Professionellen selbst und der beteiligten Professionen.

Der Psychiater Norbert Andersch schreibt hier in einem Artikel der jungen welt, welche Probleme aus der reduktionistischen ICD, DSM,Evidenzbasierungs-Logik entstehen. Und er macht Vorschläge, welche Richtung Psychiatrie und Psychologie einschlagen könnten, damit die Dinge besser werden. Wer sich weiter damit befassen möchte, findet wohl hier weiteren Aufschluss.

 

Nur wenige junge Psychiater, Neurologen und Psychologen haben noch Zeit und Lust, die Vereinnahmung in einen industrialisierten Medizinbetrieb zu hinterfragen. Aufgewachsen in der scheinbar verifizierbaren Welt evidenzbasierter Psychiatrie, und widerstandslos adaptiert an das »Processing« ihrer Patienten durch standardisierte Behandlungsschritte toleriert die große Mehrheit die Schubladendiagnosen der Klassifikationssysteme und deren philosophische Grundierung durch eine phänomenologische Psychopathologie, vermittelt diese doch zumindest auf dem Papier den Eindruck, der einzelne Patient werde gehört und seine Individualität bestimme den Gang der Therapie – auch wenn jeder Mitarbeiter psychiatrischer Einrichtungen weiß, dass das pure Fiktion ist.

Hilfreich für das wirkliche Verständnis der komplizierten Kommunikationsstörungen, die psychischen Erkrankungen zugrundeliegen, wäre ein tätigkeits- und gestaltorientiertes Modell, das als interaktive, muster- und symbolbasierte Matrix menschlicher Bewusstheit verstanden werden sollte.

 

Uns geht’s doch gut

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Oder haben wir es mit struktureller Gewalt zu tun?

In diesem Artikel der Nachdenkseiten wird uns die Einkommensentwicklung der letzten Jahrzehnte dargelegt. Ich erwähne ihn, weil es nicht zuletzt die Einkommen und Existenznöte von Kindern, Eltern und Lehrern sind, die Lern- und Lehrklima und die Motivationen prägen.

Written by schau

30. Januar 2017 at 12:42

Der Vormarsch pharmakologischer Verhaltenssteuerung − kein Problem?

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Götz Eisenberg konstatiert einen »pharmakologischen Seelenmord«

In der Bildung und in den Berufsverbänden der Psychologinnen und Berater spielt die pharmakalogisch und medizinisch fundierte Verhaltensoptimierung keine Rolle. Diese Form der »Optimierung«  bricht jedoch mit allem, was Bildung und Berufsverbände als Ziel und Zweck von Schule beschreiben. Dennoch halten sich Kritik und Verurteilung in engen Grenzen, sowohl von staatlicher Seite als auch von der Seite der Professionen.

Eltern beschreiten den Weg zu Arzt und Apotheker auch deswegen, weil sie sich selbst an den Modus der pharmakologischen Moderation von Konflikten gewöhnt haben und bei jeder Gelegenheit irgendein Medikament einnehmen. Das als „Unternehmer seiner selbst“ konzipierte Subjekt muss bei Strafe des Untergangs lernen, sein als Störfaktor auftretendes Seelenleben mittels Drogen und Medikamenten zu regulieren und auf Vordermann zu bringen.

Sind die Verstrickung und Verwobenheit, vielleicht auch die mehr oder weniger geahnte Komplizenschaft der Institutionen und Menschen größer als wir wahrhaben wollen? Können wir den »pharmakologischen Seelenmord« hinnehmen, obwohl die vermeintliche Optimierung doch tief in die Körper und Persönlichkeiten eingreift?

Götz Eisenberg breitet unterschiedliche Facetten des Themas aus und regt an, die eigenen und gesellschaftlichen Werte / Leitlinien des Unterrichtens und Beratens zu hinterfragen

 

 

Und? Was wird nun aus Europa?

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Abschied von der Demokratie – und ihren Bildungszielen

Ab und zu ist es notwendig, den mehr oder weniger fachlich begrenzten Blick zu heben. Wenn er sich dann auf das allgemeinpolitische Geschehen richtet, kommen Beunruhigung und Unglaube zum Vorschein. Genau genommen läuft es jedoch andersherum. Die Nachrichten lassen einen fragen: Welche Wirkung hat das politische Geschehen auf Bildung, Beratung, Lernen? Die Verfassungen und Schulgesetze legen uns nahe, Schule und Erziehung auf Humanität und Solidarität auszurichten, auf die Achtung der Menschenwürde. Und nicht zuletzt auf eine Demokratie, die der Humanität verpflichtet ist.
Und was erleben wir in diesen Tagen, wenn auch nicht erst in jüngster Zeit? Eine Erosion der Demokratie, des Mitgefühls, der Vernunft, der Humanität. Den Rest des Beitrags lesen »

Written by schau

28. Juni 2015 at 17:53

Ein Rückblick auf meine Schulpsychologie

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Eine Sammlung meiner Texte

ist jetzt als e-book und als Buch  erschienen

Depression – das erschöpfte Selbst. Eine Ausstellung

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In Hamburg gibt es für wenige Wochen eine Ausstellung — Krankheit als Metapher —, die Depression und ihre Entstehung in einen sozialen Kontext stellt. Der Bericht in der taz ist informativ und anregend. Im Unterschied zu den gängigen Interpretationsweisen, wie sie nicht zuletzt in Schule eine Rolle spielen, gilt der diagnostische und therapeutische Blick nicht allein dem überforderten Individuum. Auf die Einengungen und Unzulänglichkeiten des Depressionsbegriffs bin ich hier schon einmal eingegangen.

Written by schau

13. Oktober 2014 at 23:07

Veröffentlicht in Lernen und Emotion, Psyche

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