Nachdenkseiten der Schulpsychologie

Ein Blog für Schulpsychologie und Bildung von Jürgen Mietz

Archive for the ‘Privatisierung’ Category

»Unsere Kinder sind mehr als ein Wirtschaftsfaktor«

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Bildung in den Qualitätsmedien − ein Artikel von Norbert Häring

Auch die FAZ referiert kritiklos-wohlwollend Forderungen von IW und INSM, ohne jede Andeutung, dass die Bildungspolitik auch noch andere Ziele haben könnte, als beide Elternteile für Erwerbsarbeit frei zu machen und Arbeitskräfte heranzuziehen, die passend ausgebildet und sozialisiert sind. Auch dass Bildungsministerin Wanka die Digitalisierung der Schulen im Zeitplan sieht, ist für die FAZ ein Thema für den Wirtschaftsteil. Die nächste Bundesregierung sollte zur Vermeidung unnötiger Reibungsverluste das Bildungsministerium dem Wirtschaftsministerium zuschlagen – und die Bundesländer sollten ebenso verfahren.

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Privatisierung als Entrechtung und strategisches Geschäft

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Was einmal der Förderung dienen sollte, wurde zum Profitmittel. Und zu einem Mittel im Klassenkampf

Näheres ist hier nachzulesen

Written by schau

16. Dezember 2016 at 18:28

Aufmarsch der Wirtschafts“experten“ in der Schule

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Die Zeitschrift „Erziehung & Wissenschaft“ der GEW mit zahlreichen Artikeln zum Wirtschaftslobbyismus in Schule

Man kann ja mit der GEW und mit anderen Gewerkschaften unzufrieden sein. Aber dass sie auch wertvolle Informationen liefern zeigt das Dezember-Heft 2016 (in der Liste mit Datum vom 1.12.2016). Ein kurzer Auszug aus der Einführung:

Sich mit dem Vormarsch der Wirtschaft an Schulen kritisch
auseinanderzusetzen, ist unentbehrlich. Warum? Weil bereits
hier eine Denkwelt verbreitet wird, die ebenso gefährlich
falsch wie unverändert mächtig ist. „Der homo oeconomicus
ist tot“, titelte die Financial Times Deutschland (FTD)
am 14. März 2001. Inzwischen gibt es diese Zeitung leider
nicht mehr, aber „der Kerl“ lebt immer noch: Der Mensch, so
will es die neoliberale Theorie, denkt, tut und fühlt, was ihm
wirtschaftlich nützt. Er ist nicht das vernünftige und empathische,
sondern das berechnende Wesen. Diese Botschaft geistert
durch Sprache und Köpfe vieler Leitartikler, Professoren
und Politiker, fast aller Manager und Unternehmer. Tausend
Mal widerlegt von wenigen kritischen Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern …

Bedenkenswert auch das Statement „Evaluation statt Tests“, hier ebenfalls mit einem Auszug:

Ein echtes Bildungsmonitoring müsste deshalb jede Schule in
die Lage versetzen, individuelle wie kollektive Lernfortschritte
ebenso wie das Schulklima regelmäßig zu evaluieren. Hier
ist die Wissenschaft gefragt, Instrumente gemeinsam mit den
Schulen zu entwickeln und die Lehrkräfte dabei methodisch
zu begleiten.
Politik ist gefragt, die Rahmenbedingungen (Zeit, Freiräume,
personelle und materielle Ressourcen) dafür zu schaffen.
Auf Durchschnittswerte von Leistungstests können wir getrost
verzichten.

Written by schau

13. Dezember 2016 at 11:41

Kommunale Bildungslandschaften — Verführung und Reduktion

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Kommunale Bildungslandschaften — von der pädagogischen Inspiration zu Kürzungen und zu Abbau von Beteiligung

Die Realität der „Bildungs“-Reformen (von den kommunalen Bildungslandschaften über Selbständigkeit, eigenverantwortliche Schule bis zur Selbstverwirklichung) wurde von vielen Menschen beobachtet, gefühlt, erlitten. Diese und andere Wirkungen blieben in den Sphären des Persönlichen und Subjektiven.

Nun gibt es erfreulicherweise eine Untersuchung, die in Bezug auf die kommunalen Bildungslandschaften Idee und Realität dieser „Reform“ in den Blick nimmt. Anika Duveneck hat sie als Buch veröffentlichen können. Die Nachdenkseiten führten vor Kurzem ein Interview mit der Autorin.

Konkret konnte ich nachweisen, dass vor allem jene Aspekte, des, wenn Sie so wollen, durchaus vielversprechenden Konzeptes umgesetzt wurden, die einen wettbewerbspolitischen Wert aufweisen, und dass der fachliche Wert von Maßnahmen wie einem erweiterten Bildungsverständnis und einer partizipativen Bildungssteuerung dem strukturell untergeordnet worden ist.

In den 2000 er Jahren tauchte der Begriff auf. Bertelsmann, Ministerien und Kommunen wollten glauben machen, dass mit ihren Konzepten die Vitalität in die Schulen einkehrt. Landschaften leben, für sie gibt es Karten und Aussichtspunkte, die einen die Eigenheiten und Wege des Landes erkennen lassen. So sollte es mit der Bildung aufwärts gehen.

»Kommunale Bildungslandschaften«, wie auch die Begriffe Verantwortung, Selbständige Schule, Selbstverwirklichung waren tatsächlich „Spins“ aus der Küche der neoliberalen Weltveränderer (manche nennen sie auch Putschisten). Tatsächlich betörten sie nicht wenige Kolleginnen und Kollegen, die glaubten, ihren humanistischen Ideen näherkommen zu können, wenn sie auf diesen Zug aufsprängen. Inzwischen sind die Steuerungstechnokraten fest im Sattel, die Beteiligungsangebote (Mitbestimmungsrechte wurden eingeschränkt) wieder zurückgefahren.

Was vielleicht an Selbständigkeit und Eigenverantwortung gewonnen war (oder den Anschein erweckte, dass es sie geben könte), wurde rasch durch knappe Mittel, Verdichtung der Arbeit, Kontrollaufgaben (über-) kompensiert.

 

Neoliberal ausgerichtete EU trocknet Sozialwissenschaften aus

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„Ökonomischer Reduktionismus“ macht dumm

Neugier in der Wissenschaft oder gar Grundlagenforschung, erst recht riskante Forschungsprojekte, die auch scheitern und in Sackgassen landen können, sind nicht mehr vorgesehen und werden auch nicht gefördert. Wenn die impact-gebundene Forschung gegen die wissenschaftliche Neugier ausgespielt wird, ist es ausgeschlossen, den intellektuellen und kulturellen Reichtum in den europäischen Gesellschaften noch zur Geltung zu bringen. Von einem „strukturellen Pluralismus“ (Hans-Georg Soeffner) will man offenbar auch in Brüssel nichts mehr wissen.

Hier geht es zum Artikel in der FAZ

Psychologie im Neoliberalismus – Psychologie der Manipulation

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Oder schlägt sich die Psychologie, die Psychologin, der Psychologe auf die Seite der Aufklärung?

Der Psychologe Rainer Mausfeld erläutert in einem ausführlichen Interview mit den Nachdenkseiten die psychologischen Mechanismen, die zur Stabilität und Akzeptanz von Gesellschaften und Institutionenvon beitragen, die der großen Mehrheit der Bevölkerung schaden. So ist sie – auch im Bildungs- und Ausbildungsbereich – wesentlich mit der Bildung von Humankapital befasst – und nicht mit Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbestimmung und Aufklärung.

Wenn wir nämlich die Dinge besser verstehen, könnte es ja passieren, dass wir beginnen, Fragen zu stellen, die den Status des jeweiligen Establishments gefährden könnten.

Fragmentierung – ob durch bildungsbürgerliches Wissen, durch eine PISA-orientierte Schulausbildung, durch ein “kompetenzorientiertes“ Studium oder durch Medien – ist also in diesem Sinne keineswegs Zufall, sondern ein beabsichtigter Prozess, eine Art Herrschaftsinstrument.

Eine solche Haltung kann sie jedoch nur um den Preis psychischer Deformationen, insbesondere sozialer Ängste und Depressionen, einnehmen.

Das Gespräch bietet viele Anhaltspunkte für Selbstbefragung und Diskussion.

Den Blick auf uns zu richten, bedeutet zugleich zu erkennen – und das ist ganz im Sinne der Aufklärung –, dass wir es sind, die für unser Handeln und Nicht-Handeln und für die Gesellschaft, in der wir leben, verantwortlich sind.

Folgen der Privatisierung

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Written by schau

1. Juli 2016 at 09:23

Veröffentlicht in Bildungspolitik, Demokratie, Privatisierung

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