Nachdenkseiten der Schulpsychologie

Ein Blog für Schulpsychologie und Bildung von Jürgen Mietz

Posts Tagged ‘Digitalisierung

Zweifel am Sinn der Digitalisierungseuphorie

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Was mal Globalisierung war, soll nun Digitalisierung werden: Eine Welle, der man nichts entgegensetzten kann und darf, die man nicht gestalten kann, die keine Risiken hat – der man sich nur unterwerfen kann. Will man nicht den Eindruck erwecken, man sei nicht mehr ganz bei Trost.

Die Schulen müssen digitalisiert werden. So heißt es landauf, landab und so gut wie unabhängig von sonstigen Positionen in der Bildungspolitik. Im Koalitionsvertrag sind fünf Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren dafür vorgesehen. Dass das kaum ausreichen wird, um alle Schulen und alle Schüler mit dem auszustatten, was man sich an Servern, Clouds, W-Lan-Anschlüssen und Endgeräten (Smartphones, Tablets, PCs) so vorstellt, geht aus einfachen Rechnungen hervor. Manche halten die dreifache Summe für nötig.

Es gab auf dieser Website schon kritische Stimmen, die davor warnten zu glauben, die Probleme der Schulen ließen sich per Digitalisierung lösen

Hier folgt nun eine weitere Stimme aus der FAZ

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Written by schau

31. März 2018 at 18:04

Bündnis für humane Bildung im Kultusministerium

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Der Vorrang des Pädagogischen bleibt vage

Vor einigen Monaten hatte ich hier einen Link zu einem Aufruf des „Bündnisses für humane Bildung“ gegen den Digitalpakt gesetzt. Inzwischen hat es ein Gespräch des Bündnisses mit dem baden-württembergischen Kultusministerium gegeben. Hier kann man das Ergebnis nachlesen.

Written by schau

6. Februar 2018 at 16:28

Veröffentlicht in Allgemeines

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Digitalisierung der Schulen – eine Gehirnwäsche

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Die allseits propagierte Digitalisierung des Lernens und Lehrens wird Schaden anrichten, sagen Pädagogen, Ärzte, Psychologen und Ralf Lankau, Professor für Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg. Wem die Gesundheit und Entwicklung der Kinder und die Zukunft der Gesellschaft wichtig sind, kommt an den Einwänden nicht vorbei

Alternativen

Um Informationstechnik in Schulen einsetzen zu können, ist eine ganz andere Philosophie nötig: Datensparsamkeit und Dezentralisierung mittels lokaler Netze, lokale Server, verschlüsselte Datenübertragung zwischen kooperierenden Schulen, Hacker-Projekte und Workshops für Medienprojekte statt Learning Analytics. Wir sollten Lernsoftware eher wie Schulbücher oder andere Lehrmittel einsetzen. Wer will, kann damit lernen und üben. Aber niemand kontrolliert und protokolliert, wer welche Bücher wie lange liest.

Wir brauchen zweitens eine eigene technische Infrastruktur, um keine US-Dienste nutzen zu müssen. Das heißt konkret: Schulen vom Netz, bis wir unsere Hausaufgaben gemacht haben. Und auch danach sollten wir die Rechner so konfigurieren, dass an den Schulen nur dort mit ihnen gearbeitet werden kann, wo es fachlich und didaktisch sinnvoll ist – aber eben offline, mit lokal installierter Software, ohne Netzanbindung. Dann funktionieren zwar die Geschäftsmodelle der Lehrmittelanbieter nicht mehr, aber das ist nicht mein Problem als Pädagoge.

Hier zum Interview mit Ralf Lankau

Written by schau

4. November 2017 at 14:14

Veröffentlicht in Bildungspolitik, Demokratie

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Plädoyer für Rückenstärkung

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Vor einiger Zeit meldete sich das „Bündnis für humane Bildung“ zu Wort

Wer seinerzeit unterschrieb erhielt vor ein paar Tagen die nachfolgende Mail. Wer noch nicht unterschrieb hat, sollte überlegen, ob er oder sie es nicht doch nachholen will. Hier die Ermunterungsmail von Herrn Lankau:

=========Beginn der zitierten Mail:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vielen Dank, dass Sie den Offenen Brief unseres „Bündnisses für humane Bildung“ an die Kultusministerkonferenz (KMK) „DigitalPakt Schule der Kultusminister: Irrweg der Bildungspolitik“ unterschrieben haben. Der Brief an die KMK wurde am 28.06.2017 verschickt. Wir werden im Oktober in einer Pressekonferenz in Stuttgart diesen Brief und das Bündnis für humane Bildung vorstellen. Ein Termin bei der Vorsitzenden der KMK, Frau Ministerin Dr. Eisenmann, ist angefragt.

Für diese anstehenden Termine wäre es gut, weitere Unterschriften zu den bereits knapp 1100 Unterzeichnern dazukommen. Wir freuen uns, wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis von der Initiative berichten und dafür werben.

Auf Grund der positiven Resonanz unseres Bündnisses bei Fachkollegen, Lehrern und Eltern sind wir in der Planung für Plakate, Postkarten und einer Tagung im Herbst 2018. Auf unserer Homepage http://www.aufwach-s-en.de finden Sie ständig aktualisiert neue Artikel, Stellungnahmen und Interviews.

Folgend aufgeführt finden Sie neue Publikationen von Mitgliedern unseres Bündnisses.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Ralf Lankau

» Zur Webseite: aufwach-s-en.de

» Zur Petition: „Irrweg der Bildungspolitik“ unterzeichnen

Bedeutung und Gefährdung der Sinne im digitalen Zeitalter

WEINZIRL J, LUTZKER P, HEUSSER P (2017)

Die Publikation enthält u.a. die Artikel:
KOCH S, HERBERT M, BLECKMANN P:
Leiblichkeit und die Sinne im digitalen Zeitalter:
Gefahren der Überreizung, Verkümmerung und Inkongruenz

TEUCHERT-NOODT, G:
Risiken einer neuroplastischen Anpassung der Wahrnehmung
von Raum und Zeit im Kontext der Medienwirksamkeit

HÜBNER, E:
Medienpädagogik und die Schulung der Wahrnehmung

Kein Mensch lernt digital. Über den sinnvollen Einsatz neuer Medien im Unterricht.

LANKAU, R (2017b)

Die IT-Industrie hat die Bildung als Geschäftsfeld seit vielen Jahren auf der Agenda. Ralf Lankau entlarvt in diesem Buch die wirtschaftlichen Interessen der IT-Branche und ihrer Lobbyisten. Er beschreibt sowohl die wissenschaftlichen Grundlagen (Kybernetik, Behaviorismus) wie die technischen Rahmenbedingungen von Netzen und Cloud-Computing, bevor er konkrete Vorschläge für einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit Digitaltechnik im Unterricht skizziert.

Im digitalen Hamsterrad. Ein Plädoyer für den gesunden Umgang mit Smartphone & Co, Heidelberg

LEMBKE, G (2016)

Ein Buch voller Augenzwinkern und versteckter Spiegel, die das persönliche Digitalnutzungsverhalten auf den Punkt bringen. Das perfekte Geschenk für alle, die das digitale Hamsterrad nervt und wieder freier und glücklicher werden möchten. Das Digitale hat längst das Soziale verdrängt. Handlungsempfehlungen unterstützen Sie in einem verantwortungsvollen Umgang mit Digital & Co – für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben – beruflich und privat.

Sie erhalten diese Informationen von:
Projekt „aufwach(s)en mit digitalen Medien.
Bündnis für humane Bildung.“
Prof. Dr. phil. Ralf Lankau
luisenstr. 10 | 77654 offenburg
Tel.: 0781 – 9485 070
eMail: info@aufwach-s-en.de
URL: futur-iii.de | lankau.de | bildung-wissen.eu

==============Ende der Mail vom Bündnis für humane Bildung

Written by schau

8. September 2017 at 19:31

Protest gegen Digitalpakt

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Forderungen und Hintergründe zur Kampagne der Kultusminister

Das »Bündnis für humane Bildung« startet eine Unterschriftensammlung

So wichtig es ist, über Zukunftsstrategien für öffentliche Schulen zu diskutieren und bei Bedarf länderübergreifend zu kooperieren, so falsch ist es, Konzepte nur an Digitaltechnik und zentralisierten Strukturen festzumachen. Die angeblich notwendige „Digitalisierung aller Bildungseinrichtungen“ ist mehr Ideologie denn zukunftsweisende Strategie. Seit wann orientieren sich Bildungsprozesse an neuer Medientechnik oder den Update-Zyklen der IT-Wirtschaft? Geräte der Unterhaltungsindustrie verpflichtend in den Unterricht zu integrieren ist weder pädagogisch noch bildungspolitisch zu begründen. Es missachtet zudem die grundgesetzlich verankerte Methodenfreiheit der Lehrenden. Diese Pakte bedienen ausschließlich Partikularinteressen der IT-Wirtschaft und der Arbeitgeberverbände.

Written by schau

6. Juli 2017 at 22:03

„Trojaner aus Berlin: Der „Digitalpakt#D“

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Leider viel zu spät bemerkt,

aber die Initiative sollte deshalb nicht vergessen werden. Hier der Informationstext zu einer Online-Petition und hier zur Möglichkeit der Teilnahme.

Es geht um einige Fehlsteuerungen der Politik in Sachen Digitalisierung

Written by schau

12. Januar 2017 at 17:46

Passend zum vorangehenden Beitrag

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Noch einmal: Kritik an PISA

PISA ist ein Mittel zur Einflussnahme auf die Schulpolitik, so könnte ein Fazit auseinem Interview in der Süddeutschen lauten.

Noch einmal Digitalisierung in der Schule

bei der Gesellschaft  für Bildung und Wissen reinzuschauen lohnt immer wieder

Bildung ist notwendig an ein Subjekt gebunden. Bildung ist weder Speicherformat noch Objekt oder messbare Größe, sondern Merkmal einer Persönlichkeit. Es ist aber charakteristisch für einen technokratischen Bildungsbegriff, wenn der Bertelsmann-Konzern unter der Überschrift „Wachstum Education“ damit wirbt, dass dank Digitalisierung „Bildung auch online in guter Qualität ausgeliefert werden kann.“

Nicht vertreten sind Kinderärzte, Pädagogen, Lernpsychologen oder Neurowissenschaftler, die die Folgen der Nutzung dieser Bildschirmmedien (Smartphone, Tablet) untersuchen.

Written by schau

12. Januar 2017 at 17:15